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28. August 2026 | Gesamtwirtschaft

Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage – August 2026

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Außenwirtschaftliches Umfeld

Das weltwirtschaftliche Umfeld entwickelt sich trotz der erneut höheren Energiepreise und der weiteren geopolitischen Unsicherheiten relativ robust. Zwar schwächte sich das Wirtschaftswachstum der USA im zweiten Quartal mit 0,4 Prozent wieder etwas ab. Aber die Konjunkturaussichten für die nächsten Monate haben sich im August aufgehellt und sind nun im neutralen Bereich. In China schwächte sich das Wachstum auf 0,9 Prozent ab. Die Konjunkturerwartungen bleiben aber unverändert positiv. In der Eurozone ist die Wirtschaft im zweiten Quartal mit 0,4 Prozent wieder stärker gewachsen als noch im Vorquartal. Auch die Erwartungen für die nächsten Monate sind für Europa erneut gestiegen und damit deutlich positiv.

Außenhandel

Der deutsche Außenhandel hat wesentlich zur konjunkturellen Belebung im zweiten Quartal beigetragen. Im zweiten Quartal 2026 legten die Exporte preis-, saison- und kalenderbereinigt um 2,0 Prozent zu, die Importe stiegen um 1,5 Prozent. Das spiegelt sich auch im Produzierenden Gewerbe wider. Nachdem dort in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres die Produktion noch nachgegeben hatte, zog sie von April bis Juni wieder an. Auch der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe hat im Juni weiter zugenommen. Die Exporterwartungen haben sich im August deutlich verbessert.

Investitionen

Die Investitionen sind im zweiten Quartal um 0,1 Prozent gewachsen, wobei sich deren einzelne Komponenten sehr unterschiedlich entwickelten. Der Anstieg lag vor allem an mehr Investitionen in sonstige Anlagen (+0,8 %). Die Bauinvestitionen (+0,1 %) stiegen leicht. Die Investitionen in Ausrüstungen (–1,4 %) sanken dagegen. Am aktuellen Rand gibt es eine Reihe von positiven Signalen: Die Auftragseingänge bei den Herstellern von Investitionsgütern haben sich im Juni wieder deutlich verbessert. Im Baugewerbe hat die Produktion im Juni zugelegt und liegt damit auf einem Jahreshöchstwert. Hier könnten aber auch Nachholeffekte aufgrund der schlechten Witterung im ersten Quartal eine Rolle gespielt haben. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe haben sich im Juni erhöht. Die Zahl der Baugenehmigungen hat im Juni zwar etwas nachgegeben, aber sie ist weiter deutlich über dem Vorjahreswert. Die Erwartungen für die nächsten Monate im Bauhauptgewerbe haben sich im August aufgehellt.

Konsum

Die Konsumnachfrage nahm im zweiten Quartal um 0,1 Prozent zu, wobei die Konsumausgaben des Staates und der private Konsum gleichermaßen zulegten. Verhalten ist auch die Entwicklung der Umsätze im Konsumbereich am aktuellen Rand: Die Einzelhandelsumsätze sind im Juni nach einem Anstieg im Vormonat wieder etwas zurückgegangen. Die Umsätze im Gastgewerbe waren im Jahresverlauf rückläufig und haben im Juni weiter nachgegeben. Die Inflationsrate lag im Juli bei 2,8 Prozent und war damit wieder deutlich höher als im Vormonat. Das war insbesondere auf höhere Energiepreise zurückzuführen, aber auch auf das Ende des Tankrabatts. Die Inflation belastet somit weiterhin die Kaufkraft und steht einer kräftigeren Belebung der Konsumnachfrage im Wege. Auch die Sparneigung ist aufgrund bestehender Unsicherheiten weiter hoch. Die Geschäftserwartungen im Handel haben sich im August aber verbessert.

Arbeitsmarkt

Am Arbeitsmarkt gibt es weiterhin wenig Änderungen. Die Arbeitslosigkeit steigt im August etwas – wobei der Anstieg allein im konjunkturnäheren SGB-III-Bereich stattfindet, im SGB-II-Bereich bleibt die Arbeitslosigkeit unverändert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Juni leicht zugenommen, nachdem sie in den beiden Vormonaten abgenommen hatte. Die Erwerbstätigkeit nahm im Juli erneut ab. Der Bestand an gemeldeten offenen Stellen ist im August leicht gesunken. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer bleibt im August gegenüber dem Vormonat unverändert und ist weiter leicht unter der neutralen Marke. Damit ist auch für die nächsten Monate keine Belebung am Arbeitsmarkt zu erwarten.

DOI: 10.48720/IAB.FOO.20260828.01

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