IAB Forum Logo

5. Juni 2025 | Betriebliche Arbeitswelt

IAB-Stellenerhebung 1/2025: Zahl der offenen Stellen sinkt auf 1,18 Millionen

verschiedene berufliche Arbeitsmittel

In Westdeutschland waren im ersten Quartal 2025 rund 970.700 offene Stellen zu besetzen, in Ostdeutschland rund 206.300. Bundesweit kamen auf 100 von den Betrieben ausgeschriebene offene Stellen durchschnittlich 251 arbeitslos gemeldete Personen und damit 74 Arbeitslose mehr als noch im Vorjahresquartal. Die Arbeitslosen-Stellen-Relation, ein Maß für mögliche Personalengpässe am Arbeitsmarkt, ist in den vergangenen Quartalen wieder gestiegen. Das gilt insbesondere für Ostdeutschland. Dort kamen im ersten Quartal 2025 durchschnittlich 330, in Westdeutschland 234 arbeitslos gemeldete Personen auf 100 offene Stellen. Der Anstieg ist jeweils eine Folge der saisonbereinigt weiter gestiegenen Arbeitslosigkeit und der stark gesunkenen Zahl an offenen Stellen. Die Wahrscheinlichkeit von betrieblichen Personalengpässen am Arbeitsmarkt hat sich demnach reduziert. Im ersten Quartal 2025 waren 920.500 offene Stellen beziehungsweise 78 Prozent sofort zu besetzen, also zu diesem Zeitpunkt unbesetzt. Die Vakanzrate, die das Verhältnis dieser sofort zu besetzenden offenen Stellen zur gesamten betrieblichen Nachfrage nach Personal abbildet, also zur Summe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der sofort zu besetzenden Stellen, lag bei 2,6 Prozent. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 3,2 Prozent, im Vorjahresquartal bei 3,4 Prozent. Die Vakanzrate hat sich damit spürbar nach unten bewegt. Insgesamt hat sich die Lage am Arbeitsmarkt zu Beginn des Jahres 2025 deutlich abgekühlt. Wenn die Betriebe neues Personal suchen, dann nutzen sie hierfür verschiedene Such- und Besetzungswege. Die Betriebe werden im Rahmen der IAB-Stellenerhebung regelmäßig gefragt, welche Suchwege sie bei ihren Neueinstellungen genutzt haben und welcher Weg entscheidend für die Stellenbesetzung war (siehe Abbildung). Dabei wird nur nach der Einstellung von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gefragt, Auszubildende und geringfügig Beschäftigte werden nicht berücksichtigt.

Die Abbildung zeigt die Wege der Personalrekrutierung 2024. Sie zeigt, über welche Wege die Betriebe im Fall einer sozialversicherungspflichtigen Neueinstellung gesucht haben. Mit 69 Prozent der Fälle wurde im Jahr 2024 am meisten über die „eigene Homepage“ gesucht. Weitere wichtige Suchwege sind „Internet-Jobbörsen (ohne Arbeitsagentur)“ sowie der Suchweg „über eigene Beschäftigte / persönliche Kontakte“. Die Abbildung zeigt auch, in wieviel Prozent der Fälle ein genannter Suchweg letztlich entscheidend für die Besetzung war. In 31 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen war der Suchweg „über eigene Beschäftigte / persönliche Kontakte“ entscheidend für die Besetzung, gefolgt von 20 Prozent der Fälle über den Besetzungsweg „Internet-Jobbörsen (ohne Arbeitsagentur)“.

Die Personalsuche über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte war auch im Jahr 2024 ein wichtiger betrieblicher Such- und Besetzungsweg. Bei 53 Prozent aller erfolgreichen Stellenbesetzungen haben Betriebe diesen Weg genutzt. Bei 31 Prozent der Neueinstellungen war er aus betrieblicher Sicht sogar entscheidend für die erfolgreiche Besetzung der Stelle. Auch wenn die Suche über eigene Beschäftigte oder über persönliche Kontakte damit weiterhin der wichtigste Besetzungsweg ist, sind insbesondere die verschiedenen Online-Medien auf dem Vormarsch: Das Onlineportal „JobSuche“ der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder private Internet-Jobbörsen, die eigene Firmenhomepage, aber auch die Personalsuche über die sozialen Medien waren zusammen in fast 47 Prozent der Fälle entscheidend für eine erfolgreiche Besetzung. Bei 81 Prozent der Neueinstellungen hatten die Betriebe vorher über mindestens einen dieser digitalen Wege nach geeigneten Bewerber*innen gesucht. Bei allen Suchwegen ist davon auszugehen, dass ihre Reichweite insofern eingeschränkt sein dürfte, als damit immer nur ein gewisser Teil der relevanten Zielgruppe angesprochen wird. Das gilt für eine Annonce in einer Zeitschrift genauso wie für ein Stellenportal im Internet, für den Weg über eigene Beschäftigte oder über persönliche Kontakte.

  DOI: 10.48720/IAB.FOO.20250605.01

Diese Publikation ist unter folgender Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0):

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Das könnte Sie interessieren

verschiedene berufliche Arbeitsmittel
Weiterlesen

3. September 2026 | Betriebliche Arbeitswelt

IAB-Stellenerhebung 2/2026: Fast drei von vier Bewerbungen sind aus betrieblicher Sicht ungeeignet

Alexander Kubis

Im zweiten Quartal 2026 gab es bundesweit rund eine Million offene Stellen – 129.800 oder rund 11 Prozent weniger als im Vorquartal. Im... Weiterlesen

verschiedene berufliche Arbeitsmittel
Weiterlesen

8. Juni 2026 | Betriebliche Arbeitswelt

IAB-Stellenerhebung 1/2026: Online-Medien sind bei der Personalsuche auf dem Vormarsch

Alexander Kubis

Im ersten Quartal 2026 gab es bundesweit 1,15 Millionen offene Stellen – 105.800 oder rund 8 Prozent weniger als im Vorquartal. Im Vergleich... Weiterlesen