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10. August 2023 | Betriebliche Arbeitswelt

IAB-Stellenerhebung 2/2023: 10 Prozent weniger offene Stellen als ein Jahr zuvor

verschiedene berufliche Arbeitsmittel

In Westdeutschland waren im zweiten Quartal 2023 rund 1,44 Millionen Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland knapp 300.000. Der Anteil der sofort zu besetzenden offenen Stellen lag in Westdeutschland mit 77 Prozent leicht unter dem ostdeutschen Anteil von 80 Prozent. Bundesweit waren im zweiten Quartal 2023 rund 78 Prozent der Stellen sofort zu besetzen. Die Dringlichkeit der Personalbeschaffung bleibt also vielerorts hoch. Dass die Zahl der offenen Stellen um rund 10 Prozent unter dem hohen Niveau des Vorjahres liegt, spricht jedoch für eine leichte Abkühlung der Personalnachfrage. Gemessen an der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung bewegt sich die betriebliche Personalnachfrage aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Wie ein kürzlich im IAB-Forum erschienener Beitrag zum Stellenangebot im ersten Quartal 2023 zeigt, nutzen die Betriebe verschiedene Such- und Besetzungswege, um ihren Personalbedarf zu decken. Neben der zunehmenden Bedeutung verschiedener Online-Wege ist die Personalsuche über persönliche Kontakte oder über eigene Beschäftigte für viele Betriebe weiterhin der wichtigste Rekrutierungsweg. Engpässe bei der Personalbeschaffung zwingen die Betriebe oftmals, über den deutschen Tellerrand hinaus zu schauen. Im Rahmen der IAB-Stellenerhebung werden die Betriebe seit einiger Zeit daher zusätzlich gefragt, ob sie auch im Ausland nach geeigneten Arbeitskräften suchen (siehe Abbildung).

Die Abbildung zeigt die Veränderung des Anteils der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen (ohne Auszubildende) mit Personalsuche auch im Ausland an allen sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen eines Jahres. In den Jahren 2011 bis 2014 lag der Anteil bei rund 4 bis 5 Prozent. Er stieg danach stetig auf nun knapp 15 Prozent im Jahr 2022 an. Quelle: IAB-Stellenerhebung.

Seit einigen Jahren gewinnt die Auslandssuche für die Betriebe erheblich an Bedeutung. Dieser Trend wurde zwar während der Covid-19 Pandemie mutmaßlich infolge von Mobilitäts- und Einreisebeschränkungen kurzzeitig unterbrochen. Er setzt sich jedoch am aktuellen Rand umso stärker fort. Noch vor zehn Jahren hatten deutsche Betriebe mit rund 4 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungsfälle eher selten auch im Ausland nach geeignetem Personal gesucht. Im Jahr 2022 lag dieser Anteil bereits bei knapp 15 Prozent – der bisherige Höchststand im Rahmen dieser Betriebsbefragung. Rund jede fünfte Personalsuche im Ausland beschränkte sich nicht auf das Gebiet der Europäischen Union, sondern erstreckte sich auch auf sogenannte Drittstaaten. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Suche im Ausland weiter verstärken wird, falls die hohe Arbeitsmarktanspannung anhält.

Literatur

Kubis, Alexander (2023): IAB-Stellenerhebung 1/2023: 1,75 Millionen offene Stellen am Arbeitsmarkt. In: IAB-Forum, 11.05.2023

DOI: 10.48720/IAB.FOO.20230810.01

Diese Publikation ist unter folgender Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0):

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

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