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5. September 2024 | Betriebliche Arbeitswelt

IAB-Stellenerhebung 2/2024: Abkühlung am Arbeitsmarkt setzt sich fort

verschiedene berufliche Arbeitsmittel

Am Arbeitsmarkt zeigte sich das sechste Quartal in Folge ein Rückgang der offenen Stellen. Im zweiten Quartal 2024 waren in Westdeutschland 1,06 Millionen offene Stellen zu besetzen, in Ostdeutschland 275.000. Bundesweit kamen auf 100 von den Betrieben ausgeschriebene offene Stellen rund 205 arbeitslos gemeldete Personen und damit 28 Arbeitslose mehr als noch im Vorquartal und 57 mehr als im zweiten Quartal 2023. Der Rückgang ist derzeit vor allem bei den vielen kleinen und mittelgroßen Betrieben zu beobachten. Nur bei größeren Betrieben liegt der Bestand an offenen Stellen noch leicht über dem Vorjahresquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die Zahl der offenen Stellen bei Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten im Durchschnitt um 29 Prozent gesunken, gegenüber dem Vorquartal um 16 Prozent. Mittelgroße Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigen verzeichneten gegenüber dem Vorjahresquartal einen Rückgang der offenen Stellen um 25 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 17 Prozent. Das Niveau der offenen Stellen bei Betrieben mit mindestens 250 Beschäftigten lag rund 5 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals, jedoch 7 Prozent niedriger als im Vorquartal. Trotz des deutlichen Rückgangs der offenen Stellen gerade bei den kleinen und mittelgroßen Betrieben sind nach wie vor rund vier von fünf offenen Stellen bei diesen Betrieben zu finden. Dies ist insofern von großer Relevanz, als die deutsche Volkswirtschaft stark kleinbetrieblich strukturiert ist (siehe Abbildung). Kleine und mittlere Betriebe nehmen mit ihrer Nachfrage nach Personal eine wichtige Stellung auf dem Arbeitsmarkt ein. Nur knapp 1 Prozent der Betriebsstätten in Deutschland sind große Betriebe mit mindestens 250 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (siehe Abbildung). Auf der anderen Seite haben rund drei Viertel aller Betriebsstätten weniger als 10 Beschäftigte.

Die Abbildung zeigt die prozentuale Verteilung der Betriebsstätten, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sowie der offenen Stellen im zweiten Quartal 2024 in Deutschland. Knapp 1 Prozent der Betriebe sind große Betriebe mit mindestens 250 Beschäftigten. Auf der anderen Seite haben rund dreiviertel aller Betriebsstätten weniger als 10 Beschäftigte. In Betrieben mit weniger al 50 Beschäftigten sind rund 38 Prozent der Beschäftigung und 58 Prozent der offenen Stellen registriert. In Betrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten sind rund 28 Prozent der Beschäftigung und 23 Prozent der offenen Stellen registriert. Große Betriebsstätten mit mindestens 250 Beschäftigten weisen rund 35 Prozent der Beschäftigten und 19 Prozent der offenen Stellen aus.

In Bezug auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigt sich, dass kleinere Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten trotz ihrer hohen Zahl nur rund 38 Prozent dieser Beschäftigung auf sich vereinen. Der Anteil der offenen Stellen kleinerer Betriebe von rund 58 Prozent an allen offenen Stellen war gemessen an ihrem Beschäftigungsanteil im zweiten Quartal 2024 somit vergleichsweise hoch. Auf mittelgroße Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigten entfielen rund 28 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und 23 Prozent der offenen Stellen. Große Betriebsstätten mit mindestens 250 Beschäftigten wiesen rund 35 Prozent der Beschäftigten und 19 Prozent der offenen Stellen auf. Dass kleinere Betriebe den Großteil des Stellenangebots ausmachen, spiegelt unter anderem wider, dass sie eine höhere Personalfluktuation aufweisen und häufig größere Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen.

Literatur

Bossler, Mario; Kubis, Alexander; Moczall, Andreas (2017): Neueinstellungen im Jahr 2016: Große Betriebe haben im Wettbewerb um Fachkräfte oft die Nase vorn. IAB-Kurzbericht Nr. 18.   DOI: 10.48720/IAB.FOO.20240905.02

Diese Publikation ist unter folgender Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0):

https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

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