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4. September 2025 | Betriebliche Arbeitswelt

IAB-Stellenerhebung 2/2025: Die meisten Neueinstellungen gehen nach wie vor auf Jobwechsel zurück

verschiedene berufliche Arbeitsmittel

In Westdeutschland waren im zweiten Quartal 2025 rund 873.500 offene Stellen zu besetzen, in Ostdeutschland rund 184.200. Im vierten Quartal 2022 lag die Zahl der offenen Stellen mit insgesamt rund 2 Millionen noch auf einem Allzeithoch. Seitdem hat sich die Zahl der offenen Stellen in Ostdeutschland halbiert. Auch in Westdeutschland liegt die entsprechende Zahl nun um 46 Prozent niedriger. Bundesweit kamen auf 100 von den Betrieben ausgeschriebene offene Stellen durchschnittlich 277 arbeitslos gemeldete Personen und damit 72 Arbeitslose mehr als noch im Vorjahresquartal sowie 26 Arbeitslose mehr als im Vorquartal. Der Anstieg der Arbeitslosen-Stellen-Relation gegenüber dem Vorquartal geht allein auf den Rückgang der offenen Stellen zurück. Die Schere am Arbeitsmarkt öffnet sich dabei zugleich wieder zwischen Ost- und Westdeutschland. Die Arbeitslosen-Stellen-Relation als ein Maß für mögliche Personalengpässe am Arbeitsmarkt liegt im zweiten Quartal 2025 in Ostdeutschland nun bei durchschnittlich 367 und in Westdeutschland bei 258 arbeitslos gemeldeten Personen pro 100 offene Stellen. Das seit Ende 2022 ansteigende Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen spiegelt sich mit etwas Verzögerung auch im vorherigen Erwerbsstatus neu eingestellter Personen wider (siehe Abbildung). Generell ist zu beobachten, dass in konjunkturellen Schwächephasen der Anteil der Neueinstellungen, die mit einem Job-to-Job-Wechsel einhergehen, tendenziell rückläufig ist. In Boomphasen mit einer sinkenden Zahl an Arbeitslosen hingegen konkurrieren die Betriebe bei der Besetzung offener Stellen zunehmend um bereits beschäftigte Personen.

Die Abbildung zeigt die Entwicklung des vorherigen Erwerbsstatus bei sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen (ohne Auszubildende) zwischen 2010 und 2024. Zu sehen ist ein lange Zeit zunehmender Anteil von Personen, die direkt vorher woanders beschäftigt waren. Dieser Anteil lag im Jahr 2010 bei rund 43 Prozent und im Jahr 2023 bei 64 Prozent. 2024 ging dieser Anteil leicht zurück auf nun rund 62 Prozent. Der Anteil der Personen die aus Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung fanden, verhält sich dazu fast spiegelbildlich. Er lag im Jahr 2010 bei rund 38 Prozent und im Jahr 2023 bei 18 Prozent. 2024 stieg dieser Anteil wieder leicht auf 19 Prozent. Der Anteil der Personen mit sonstiger Herkunft bewegt sich weitgehend auf gleichbleibendem Niveau.

So wechselten im Jahr 2023 laut Angaben der Betriebe bei rund 64 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen (ohne Auszubildende) die eingestellten Personen von einer bestehenden in eine neue Beschäftigung. Im Jahr 2024 ist dieser Anteil an den Neueinstellungen dagegen wie erwartet etwas geringer ausgefallen. Im Gegenzug haben die sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen von vorher arbeitslosen oder nicht beschäftigten Personen wieder etwas an Bedeutung gewonnen. Bemerkenswert ist jedoch, dass im zeitlichen Vergleich trotz der anhaltenden Flaute am Arbeitsmarkt weiterhin ein so hoher Anteil der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen auf Job-to-Job-Wechsel zurückgeht.

  DOI: 10.48720/IAB.FOO.20250904.01

Diese Publikation ist unter folgender Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht: Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0):

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